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Rote Liste gefährdeter Arten

Die Rote Liste gefährdeter Arten bezeichnet alle Listen in Deutschland und der Welt, die aufzeigt welche Spezies gefährdet oder verschollen sind. Sie wird in Deutschland vom Bundesamt für Naturschutz veröffentlicht und spezialisiert sich auf die Aufzeichnung der Vorkommen in Deutschland. Dort stehen Reptilien wie Schlangen und Echsen, Säugetiere, Pflanzen und Wirbellose drin. Auch ausgestorbene Arten werden aufgeführt.

Für den Schutz

Die Geschichte der Roten Liste gefährdeter Arten geht auf das Jahr 1962 zurück. Damals gab die International Union for Conservation of Nature and Natural Resources (IUCN) die erste Rote Liste gefährdeter Arten aus, die damals noch Red Data Book hieß. Es wurden zu dieser Zeit schon 211 Säugetierarten und 312 Vogelarten für bedroht, verschollen oder ausgestorben erklärt. 1966 wurden die ersten vier Gefährdungskategorien eingestuft. Diese wurden im Jahr 1992 auf acht erhöht und mit zwei weiteren Einstufungen versehen. Fische werden seit 1981, Wirbellose (wie Schlangen) seit 1996 klassifiziert. Das Gegenstück zu der Roten Liste gefährdeter Arten ist die Blaue Liste der erfolgreich erhaltenen oder geförderten Tier- und Pflanzenarten. In Deutschland gibt es seit 1971 eine Rote Liste gefährdeter Arten. Die Einstufungen der Arten sind:

  • EX bedeutet extinct, ausgestorben.
  • EW bedeutet extinct in the wild, ausgestorben in freier Wildbahn.
  • CR, critically endangered, vom Aussterben bedroht.
  • EN, endangered, stark gefährdet.
  • VU, vulnerable, gefährdet.
  • NT, near threatened, gering gefährdet.
  • LC, least concern, nicht gefährdet.
  • DD, data deficiened, keine ausreichenden Daten vorhanden.
  • NE, not evaluated, nicht eingestuft.

Dazu gibt es noch weitere Kategorien in Deutschland, die sich nach dem Vorbild der Roten Liste gefährdeter Arten richten und somit einen guten Überblick über die Situation bietet. Die Listen in Deutschland sind auf Tiere, Pflanzen, Pflanzengesellschaften und Biotoptypen festgelegt. Es gibt auf der ganzen Welt etwa 16.308 bedrohte Arten, darunter sind 21 Prozent der Säugetiere, 32 Prozent der Nacktsamer, 29 Prozent der Amphibien und 12 Prozent der Vögel gefährdet.

Lage in Deutschland

Tierschützer kämpfen für den Erhalt der bedrohten Tierarten, die sich auch auf der roten Liste wiederfinden lassen.

Tierschützer kämpfen für den Erhalt der bedrohten Tierarten, die sich auch auf der roten Liste wiederfinden lassen.

Die Rote Liste gefährdeter Arten in Deutschland spezialisiert sich auf die Untersuchung der Artenvielfalt in Deutschland. Es ist im Vergleich mit Europa zu sehen, dass die Gefährdung in Deutschland sehr stark ist. Im deutschen Raum sind ungefähr 51 bis 75 Prozent der Arten ausgestorben. In Finnland sind es zum Beispiel nur maximal 25 Prozent. Naturschützer sind auf die Erhaltung der Artenvielfalt sehr bedacht. Es gibt viele Arten, die stark bedroht sind, doch auch einige, die in Deutschland wieder vorhanden sind. Zu diesen zählt der Wolf, der bis in die 90er Jahre ausgestorben im deutschen Raum war. Zu den gefährdeten Arten in Deutschland gehören zum Beispiel die Blindschleiche, die immer seltener vorkommt, Luchse wurden stark ausgerottet, doch erholt sich die Lage im Bayerischen Wald. Nicht so gut hat es der Feldhase, dessen Bestand immer weiter zurückgeht.